Im Juli 2014 waren wir mit insgesamt sieben Freunden 14 Tage in Brasilien unterwegs zur Fußball-WM. Über Recife im Nordosten des Landes ging es nach Itaguai in den Großraum Rio de Janeiro zum Viertelfinale Deutschland-Frankreich.
Ein Besuch im Maracana-Stadion ist für jeden Fan ein Traum. Die riesigen Aufgänge und hallenartigen Innenräume des inzwischen komplett umgebauten Stadions lassen noch ein bisschen erahnen, wie es wohl gewesen sein muss, als 1954 im WM-Endspiel rund 200 000 Zuschauer auf die Ränge strömten. Hummels traf früh per Kopf – das Halbfinale war gebucht. Und allen war klar: Mit ein bisschen Glück, sehen wir das Maracana wieder – im Finale.
Davor standen noch 16 Stunden Busfahrt nach Belo Horizonte. Das legendäre 7:1 der DFB-Elf gegen den Gastgeber Brasilien entschädigte aber für alle Reise-Strapazen. Was in den ersten 45 Minuten dort im Stadion passierte, war für alle unfassbar und machte auch die einheimischen geschätzt 50 000 Anhänger sprachlos. Eine Stunde nach dem Abpfiff hatte noch kein deutscher Fan seinen Platz verlassen und feierte immer noch den historischen Triumph und den Einzug ins Endspiel.
Vor dem 2. Auftritt im Maracana zogen wir noch einmal um. Dieses Mal direkt ins Herz von Rio in den Szenestadtteil Lappa mit seinen unzähligen Restaurants und Bars, für deren Besucher am Wochenende sogar die Hauptdurchgangsstraße mal eben abgesperrt wird. In den Tagen vor dem Endspiel füllte sich die Stadt sichtbar mit mehr und mehr argentinischen Fans, die klar in der Überzahl waren und auch bei den Besuchen an der Christus-Statue oder auf dem Zuckerhut Stadionatmosphäre mit ihren Gesängen verbreiteten.
Überraschenderweise hielten sie sich im Stadion selbst dann aber sehr zurück – das Finale ließ auch kaum Zeit zum durchatmen und die Spannung war fast greifbar auf der Tribüne. Bis Mario Götze den Ball aus der Luft ansaugte und artistisch im langen Eck versenkte. Die Ränge explodierten vor Freude und in den letzten Minuten wurde jeder deutsche Befreiungsschlag mit Jubel begleitet. Nach dem Schlusspfiff begann die große Siegesparty, die sich bis tief in die Nacht noch in der Bar gegenüber vom Hotel fortsetzte.
In den 14 Tagen sind viele Bilder entstanden, die sich tief in das Gedächtnis eingeprägt haben. Ein paar davon möchte ich euch nicht vorenthalten:


